Gespür für verborgene Energien

Doris Eberhard aus Ernetschwil bei Gommiswald ist Rutengängerin. Sie spürt mit Pendel oder Rute Wasseradern auf und entstört sie auf unkonventionelle Art. Ein Besuch bei einer besonderen Frau.

Doris Eberhard steht am Eingang des leeren Pferdestalles. Die Pferde sind im Auslauf. In der einen Hand hält sie eine Rute, diese lässt sie schwingen. Die andere Hand bewegt sie langsam hin und her, auf und ab. Langsam geht sie auf eine der Pferdeboxen zu, fühlt die Schwingungen der Rute, ist konzentriert. Sie fragt immer wieder: «Befindet sich hier eine Wasserader?» Es hat keine, kommt sie zum Schluss. Aber das wusste sie schon vorher. Der Stall ist im Familienbesitz. Hier hat sie schon einige Male nach Störungen gesucht. Sie wollte der Besucherin lediglich ihre Arbeit mit der Rute demonstrieren.

Rutengänger wie Doris Eberhard gibt es schon seit vielen Tausenden Jahren. Und es gibt sie in allen Kulturen. Die Radiästhesie – die Lehre von angeblichen Strahlenwirkungen auf Organismen – beschäftig sich unter anderem mit Wasseradern und elektromagnetischen Feldern. Wasseradern können, ähnlich wie Elektrosmog und Erdstrahlen, Krankheiten hervorrufen. Grundsätzlich sind Wasseradern nicht schädlich. Hält man sich aber zu lange in ihrem Wirkungskreis auf, wie beispielsweise die ganze Nacht im Bett, kann dies den Körper negativ beeinflussen. «Das zeigt sich durch Beschwerden an Gelenken, Kopfschmerzen, an einem unruhigen Schlaf, schweren Träumen oder rheumatischen Beschwerden», nennt Doris Eberhard ein paar Beispiele.

Auch Tieren können Wasseradern zusetzen. «Die Tiere können an ihrem Liegeplatz keine Ruhe finden oder werden nicht trächtig», weiss die Rutengängerin.

«Es kann sein, dass die Seele des Tieres den Tod nicht mitbekommen hat.»

Störungen in Haus oder Stall können gemäss Doris Eberhard aber auch noch einen anderen Grund haben. Immer wieder stosse sie beim Rutengang oder beim Pendeln auf gebundene Seelen von verstorbenen Menschen oder Tieren. Sie erzählt, dass bei einem Bauer im Stall eine Kuh an einem Herzschlag gestorben sei. Just an dieser Stelle, seien immer wieder Kühe gestolpert und umgefallen. Ihre Erklärung: «Da der Tod der Kuh plötzlich eintrat, kann es sein, dass die Seele des Tieres den Tod  nicht mitbekommen hat und noch an selber Stelle gebunden ist.»

Das Feingefühl für solche Energien besitze sie seit ihrer Kindheit, erzählt Doris Eberhard. Sie spüre und fühle sie, wenn es anderen Menschen oder Tieren nicht gut gehe. Das habe ihr in ihrem Leben viel gebracht.

Geboren 1960, wuchs Doris Eberhard als Bauerntochter in St.Gallenkappel auf. Nach ihrer Heirat zu Beginn der 1980er Jahre führte sie den Reitstall Eberhard in Ernetschwil. Die Familie züchtete Freiberger. Zur Spitzenzeit seien rund 19 Pferde hier eingestallt gewesen. Doris Eberhard organisierte Ausritte für die Kinder. Die Arbeit mit den Kindern habe sie immer wieder in ihrem Gespür bestätigt, dass sie den sechsten Sinn nicht verloren habe. «Kinder haben diesen auch», weiss Doris Eberhard. Sie bedauert, dass die Kinder diesen in Laufe ihrer Schulzeit und durch den gesellschaftlichen Druck verlieren würden. «Sollte sich ein Kind beispielswiese zu Wesen äussern, die für anderen nicht sichtbar sind, sollte man sich nicht darüber lustig machen», sagt sie. Denn Kinder hätten tatsächlich die Fähigkeit, Dinge zu sehen oder zu spüren, welche die Erwachsenen «übersehen».

Doris Eberhard hat inzwischen den Pferdestall verlassen und die Einhandrute versorgt. Sie greift zu einer Handorgel. «Musik öffnet die Herzen», ist sie der Meinung. «Bei Mensch und Tier». Sie selber singe im Frauechörli mit und begleitet den Chor mit dem Waschbrett. Die Handorgel habe sie erst ein paar Tage. Aber diese mache ihr unheimlich viel Freude. Dann drückt sie einen Knopf und das Instrument beginnt zu spielen. Perfekt, ganz ohne Fehler. Sie lacht und sagt: «Das ist eine selbstspielende Handorgel.» Sie betritt den Auslauf der Pferde. Diese spitzen die Ohren. Lauschen. Doris Eberhard singt zur Musik. Dann beendet sie das Stück. «Willst du noch meine Praxis sehen?»

Doris Eberhard ist Mutter von mittlerweile drei erwachsenen Kindern. Sie hat den Pferdestall ihrer Tochter übergeben. Seit sechs Jahren widmet sie sich einer anderen Lebensaufgabe. Sie entschied sich, ihre Fähigkeiten zu Nutzen und machte zwischen 2010 und 2014 eine Ausbildung als diplomierten psychologischen und therapeutischen Lebensberaterin.

Die Praxis hat sie im Wohnhaus, dass nur wenige Gehminuten vom Stall entfernt steht, eingerichtet. An der Wand im Zimmer hängen Diplome. Es riecht nach Zimt, Nelken und Salbei. Sie greift in ihre Hosentasche und zieht ein Pendel heraus. «Den habe ich immer dabei», sagt sie. In den Ställen suche sie die Störungen mit der Rute. Aber es geht auch mit dem Pendel. Mit diesem pendle sie für Menschen (und Tiere), die ihre Unterstützung benötigen, auch Symbole aus. Diese werden dann mit einem wasserfesten Filzstift auf einen Naturstein gezeichnet. «Den Stein trägt man dann bei sich. Er kann nach einer gewissen Zeit dunkler werden, die Symbole darauf verschwinden oder der Stein versteckt sich irgendwo», erklärt sie. «Das kann bedeuten, das die jeweilige Problem aufgelöst wurden.»

«Pendeln kann jeder.»

Als Pendel könne eine Taschenuhr mit Kette, ein Schlüsselbund oder etwas Persönliches, ein Ring an einer Halskette, beispielsweise benutzt werden, sagt Doris Eberhard. «Pendeln kann jeder. Auch Wasseradern kann jeder finden», ist Doris Eberhard überzeugt. «Mit etwas Übung klappt das. Nur das Ego darf einem nicht im Wege stehen», sagt sie und weist auf die bewusste Beeinflussung des Pendels hin. In ihren Kursen zeige sie, wie man den Pendel richtig anwendet und auch, wie man die Wasserader entstört. Sie fasst den Vorgang in wenigen Worten zusammen:«Findet man eine Wasseradern und weiss, wo sie ein- und austritt, kann diese mit einem gleichschenkligen Kreuz am Boden oder an der Wand an Ein- und Ausgang neutralisiert werden.» Und die Korkmatten, die Spiegel, Mineralsteine, Antennen oder andere Geräte, die für die Neutralisierung von Wasseradern empfohlen werden? «Es braucht keine teuren Geräte dafür», ist sie überzeugt.

©Melanie Graf

 

Strahlensucher und Strahlenflüchter

Katzen, Bienen, Wespen, Schlangen und Ameisen sind sogenannte Strahlensucher und bevorzugen Standorte, an denen sich Wasseradern befinden. Auch Eschen, Weiden oder Eichen gehören zu den Strahlensuchern und gedeihen über Wasseradern gut. Zu den Strahlenflüchtern gehören nicht nur Menschen, Pferde, Hühner, Kühe, Schweine, Hunde oder Mäuse, auch Obstbäume, Tannen und Ulmen. Baumwucherungen beispielsweise sind ein typischer Hinweis auf Wasseradern. meg.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.